BURGENWELT-FORUM
Nicht angemeldet [Anmelden ]
Gehe zum Ende

Druck-Version  
Autor Betreff: Ungareneinfall
Goettergatte
Member
***




Beiträge: 55
Registriert seit: 3-8-2013
Wohnort: Hagen
Mitglied ist Offline


[*] Verfasst am: 28-4-2014 um 07:17
Ungareneinfall


Gibt es eigentlich wirklich Burgen, bei denen sich konkret ein Zusammenhang mit König Heinrichs mutmaßlichen "Burgendekret" in Zusammenhang bringen lassen?
Gibt es darüber hinaus im Norddeutschen Raum, Burganlagen des frühen 10. Jhdt., bei denen sich Verteidigungseinrichtungen, speziell gegen Reiterangriffe, archäologisch nachweisen lassen?
(Für Süddeutschland scheint dieses wohl belegt)

Ich frage darum, weil die "Heimatforschung" im Sauerland und Bergischen Land viele Wallanlagen darauf zurückführt, aber die Landschaft nicht dem entspricht, was für Reiterheere ein attraktives Ziel für Raubzüge entspricht.




Wärme wünscht/der vom Wege kommt
mit erkaltetem Knie
mit Kost und Kleidern/ erquicke den Wanderer,
der über Felsen fuhr________havamal

outdoorseiten.net, hier gehts raus
Benutzerprofil anzeigen
Detlef Mewes
Member
***




Beiträge: 51
Registriert seit: 1-6-2012
Wohnort: Halle (Saale), DE
Mitglied ist Offline


[*] Verfasst am: 8-5-2014 um 13:59


Hallo Göttergatte,

ich kann Dir eine genaue Quelle im Moment nicht benennen. Die neueste Forschung geht davon aus, dass es bei noch keiner Burganlage nachgewiesen ist, dass sie auf die Burgenordnung Heinrichs zurückgeht.
Burgen sind im allgemeinen mit Annäherungshindernissen wie Ringmauern, Gräben, Wällen, Palisaden und Verhauen geschützt. Da mussten sich die Herren Ungarn schon aus dem Sattel erheben.
Benutzerprofil anzeigen Homepage des Benutzers besuchen
Goettergatte
Member
***




Beiträge: 55
Registriert seit: 3-8-2013
Wohnort: Hagen
Mitglied ist Offline


[*] Verfasst am: 8-5-2014 um 17:42


Naja, das wären dann allgemeine Annäherungshindernisse,
woran ich jetzt dachte, wären eher radial ins Feld weisende Wälle oder Gräben,
die ein wallparalleles Abreiten von berittenen Bognern unterbänden, oder auch Gruben und Pfahlverhaue.
Irgendwo hab ich mal gelesen, das solches an einer Burganlage des frühen 10. Jhdt. in Bayern oder Schwaben (vieleicht in Bayrisch-Schwaben:smilegrin:) nachgewiesen wurde, allein ich weis nicht mehr wo, ebensowenig, ob es auch noch dem heutigen Wissensstand entspricht.

Einige Burganlagen, die mal mit dem Burgendekret in Verbindung gebracht wurden, konnten im Sauerland seit den 50ern eher auf die Karolingerzeit vordatiert werden, wie zum Beispiel der Bollberg bei Halver.




Wärme wünscht/der vom Wege kommt
mit erkaltetem Knie
mit Kost und Kleidern/ erquicke den Wanderer,
der über Felsen fuhr________havamal

outdoorseiten.net, hier gehts raus
Benutzerprofil anzeigen
Detlef Mewes
Member
***




Beiträge: 51
Registriert seit: 1-6-2012
Wohnort: Halle (Saale), DE
Mitglied ist Offline


[*] Verfasst am: 11-5-2014 um 07:19


Hier mal ein bisschen Literatur:
Ettel, Peter; Werther, Lukas (2010): Ungarnburgen und Herrschaftszentren des 10. Jahrhunderts in Bayern. In: Burgen und Schlösser. Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege., Jg. 51., H. 3, S. 144–162.

Erdmann, Carl (1943): Die Burgenordnung Heinrichs I. In: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters, H. Band 6.

Dabei ist Erdmann sicher völlig überholt.
Ich werde mal weiter recherchieren. Ich denke aber, dass man eher die archäologische Literatur durchforsten muss.
Benutzerprofil anzeigen Homepage des Benutzers besuchen
Goettergatte
Member
***




Beiträge: 55
Registriert seit: 3-8-2013
Wohnort: Hagen
Mitglied ist Offline


[*] Verfasst am: 11-5-2014 um 12:40


Erdmann betrachte ich als ideologisch manipuliert ;)



Wärme wünscht/der vom Wege kommt
mit erkaltetem Knie
mit Kost und Kleidern/ erquicke den Wanderer,
der über Felsen fuhr________havamal

outdoorseiten.net, hier gehts raus
Benutzerprofil anzeigen

  Gehe zum Anfang

Powered by XMB
XMB Forum Software © 2001-2011 The XMB Group
[Abfragen: 17] [PHP: 47.3% - SQL: 52.7%]