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Die
Entstehung der ersten Befestigungsanlage in Freckleben ist zeitlich
noch nicht genau einzuordnen. Eine erste urkundliche Erwähnung
des Ortes 762 im Fuldaer Stiftungsbuch als Frekenlevo bestätigt
das hohe Alter des Ortes. Möglicherweise sind die umfangreichen
bis heute erhaltenen Wallanlagen noch auf diese Zeit zurückzuführen.
Die Ausdehnung der Wallanlage umfasst eine Fläche von der
mehrfachen Größe der späteren mittelalterlichen
Burg. Das etwa ovale Burgareal hat in seinen größten
Abmessungen eine Ausdehnung von 300 mal 600 Metern. Das in Spornlage
gelegene Territorium ist an drei Seiten durch steile Hänge
geschützt. Die Südseite wurde durch ein System von drei
hintereinander gelegenen Wällen mit dazwischen gelegenem
doppeltem Graben geschützt. Ein weiterer äußerer
Wall liegt ca. 120 Meter südlich davon am natürlichen
Abfall des Geländes. Das Erscheinungsbild der Wallanlage
lässt eine karolingische Burg als möglich erscheinen.
Am 22. Oktober
973 bestätigt Kaiser Otto II. einen Gütertausch zwischen
Erzbischof Adalbert von Magdeburg und Abt Werner von Fulda in
dem Adalbert Freckleben erhält. Adalbert stirbt 981 auch
in Freckleben. Man wird wohl annehmen können, dass zu dieser
Zeit ein repräsentativer Adelssitz vorhanden war.
Im 12. Jahrhundert
waren die Markgrafen der Nordmark aus dem Grafengeschlecht von
Stade Eigentümer der Burg. Aus der Zeit ihrer Herrschaft
stammt der Rundturm der Unterburg (Bergfried 1). Stilistisch ist
er in die erste Hälfte des 12. Jahrhunderts einzuordnen,
worauf seine wuchtige Baumasse, aber auch die einfachen romanischen
Bauelemente hinweisen (Mauerstärke 3 m, Innendurchmesser
4 m, Mantelmauer 1,3 m, erhaltene Höhe 16 m) Neben dem Turm
sind Teile der Ringmauer und das Kellergeschoss eines Wohngebäudes
im Südosten der Burg aus der Zeit der Markgrafen erhalten.
Der letzte
Vertreter der Familie von Stade, Graf Udo von Freckleben wurde
am 15. März 1130 von den Mannen Albrechts der Bären
in Aschersleben erschlagen. Kaiser Lothar III. zog die Herrschaft
als herrenloses Lehen ein und vergab sie als Reichslehen. 1135
werden ein Eckerich von Frakenleve und ein Otto von Frakenleve
urkundlich genannt. Im Rahmen eines Gütertausches erwarb
Erzbischof Wichmann von Magdeburg Freckleben 1166 von Kaiser Friedrich
I. An einer wichtigen Straße von Halle nach Aschersleben
und Halberstadt gelegen, war sie ein wichtiges Bindeglied zwischen
den erzbischöflichen Besitzungen.
Um 1200 wurde
der Bergfried 3 errichtet. Der in den unteren vier Geschossen
rechteckige Turm geht im 4. Obergeschoss in einen achteckigen
Grundriss über. Das 3. und das 4. Obergeschoss sind mit Kamin
und Aborterker ausgesprochen zu Wohnzwecken erbaut. Die nach außen
weisende Front weist in diesen Etagen romanische Zwillingsfenster
auf. Auch die übrigen Gebäude der Oberburg entstanden
in dieser Zeit. Nördlich des Bergfriedes 1 entstand ein Gebäude,
das durch stärkere Mauern auszeichnet und wahrscheinlich
ein Wohnhaus war.
Bis 1296 wurde
die Burg von Burggrafen verwaltet. Als der letzte Burggraf Walter
V. von Arnstein in diesem Jahr in den Deutschritterorden eintrat,
wurde das Amt nicht wieder besetzt. Die Herrschaft wurde an verschiedene
Adelsfamilien als Lehen vergeben. Dabei wurde die Herrschaft mehrfach
geteilt. 1479 kauften die Fürsten Waldemar und Georg von
Anhalt den Familien Dorstädt und Strobart die Herrschaft
ab und nahmen sie vom Erzbistum Magdeburg zum Lehen. Seit dem
16. Jahrhundert war die Herrschaft Freckleben eine Domäne.
Bei der anhaltischen
Teilung im 17. Jahrhundert kam Freckleben an die Dessauer Linie.
Zur Zeit der Domänenwirtschaft im 19. und 20. Jahrhundert
wurden die Wirtschaftsgebäude vielfach umgebaut und verändert.1896
fiel die Domäne an den Staat. Um 1900 wurde ein großer
Rundturm (Bergfried 2) in der Unterburg abgebrochen. 1945 wurde
die Domäne aufgeteilt und es entstanden mehrere Neubauernhöfe
in den Burggebäuden.
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