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Im 11.
Jhdt. stand an der Stelle der heutigen Festung bereits eine Holzburg.
Sie wurde später in einer Auseinandersetzungen zwischen dem Schwertbrüderorden
und den Bewohnern der Insel Ösel zerstört. Anfang
des 13. Jhdts., als Estland von den westlichen Eroberern
besetzt
wurde, wies die Insel bereits eine dichte Bevölkerung auf, die den
Dänen, Schweden und Ordensrittern starken Widerstand entgegensetzte. Dennoch
nahm 1227 der Schwertbrüderorden Ösel
ein. Die
Insel konnte sich aber trotzdem bis ins 14. Jhdt. eine gewisse
Freiheit bewahren. So war
es dem Bischof von Ösel-Wiek und dem Orden nicht gestattet, hier Burgen
zu
erbauen.
Nachdem die Esten 1343 bis 1345 einen letzten vergeblichen Aufstand
gegen die Fremdherrschaft unternommen hatten, gingen alle Privilegien
verloren und der Bischof von Ösel-Wiek errichtete seine
Residenz in Kuressaare. Gemäss den Ergebnissen der Bauuntersuchungen
begann man zunächst mit dem Bau des großen Stubenturmes
- «Sturvolt» in der Nordwestecke. Bereits beim
Bau dieses Turms gab es offenbar einen Plan für die Fortsetzung
der Burg – darauf deuten die Verzahnungen an den Turmecken
hin. In einer zweiten Etappe wurde der Bau der Aussenmauern
an die Hand genommen, und parallel dazu wurde der «Lange
Hermann» errichtet. In ihm wurde über alle
Stockwerke ein schmaler Isolierungsraum freigelassen. So konnten
die beiden Flügel besser zusammen gefügt werden, ohne
dass der Turm die Raumarchitektur beeinträchtigte. Dieser
Zwischenraum wurde als Abtritt benutzt: 1381 wurde darin der
vom Kapitel verhaftete Bischof Heinrich III. tot aufgefunden.
Im Untergeschoss war der «Lange Hermann» mit einem
Verlies versehen.
Nach
der Vollendung der Türme wurde mit dem Bau der Innenräume begonnen,
es entstand nun
eine kastellartige Burg. Im Süden wurden die Kapelle,
der Festremter und die Haupträume aufgeführt. Die Architektur
folgt dem strengen geometrischen Stil mit ikonoklastischem Gepräge, wie
er vom Orden im
nördlichen
Teil des Landes geprägt wurde. Das
Konventshaus ist nach seiner Fertigstellung
nicht mehr verändert
worden. Im Nordflügel befand sich der Schlafsaal.
Im Ostflügel der
kleine Remter, sowie die Küche mit dem Mantelschornstein, die Brunnenkammer
und vermutlich ein Baderaum. Im Keller befanden sich zwei Heizkammer, die die über
ihnen befindlichen Räume wärmten; eine aus dem Orient bekannte Warmluftheizung.
Die Räume der Burg sind überwiegend gotisch eingewölbt. Plastischer
Bauschmuck unterstreicht die repräsentative Funktion des Schlosses. Über
den Wohn- und Repräsentationsräumen befand sich ein Geschoss mit
Wehrcharakter. Die Burg wurde aus Öseler Kalksteinquadern gemauert
Zum Bau der Soneburg und der Arensburg ist die Inselbevölkerung zwangsweise
zum Arbeiten herangezogen worden. Die Fertigstellung der Arensburg hat sich
aufgrund von blutigen Auseinandersetzungen immer wieder verschoben. Anfang
des 15. Jhdts. waren die Arbeiten
jedoch beendet. Im
Laufe des 15. Jhdts. wurde noch die Ringmauer errichtet und mit
Kanonentürmen
verstärkt. Zwischen
1559 und 1645 wurde sie unter dänischer Hand durch Erdwälle und Wallgräben
ersetzt.
Im 16./17. Jhdt. wurde die Burg mit einem modernen bastionierten
Festungsgürtel umgeben.
In
der 2. Hälfte des 17. Jhdts. wurden die Bastionen, Kurtinen
und Raveline unter schwedischer Hand ausgebaut und im 18. Jhdt.
wurden diese Arbeiten unter der Leitung der Ingenieure der russischen
Garnison fortgesetzt. Die Bastionen sind nach dem Vorbild des
französischen
Marschalls Sebastian de Vauban errichtet worden.
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